Abschied vom Elfenbeinturm: Jeans gegen Anzug getauscht Von Judith Jenner
Wissenschaftler erzählen von ihrem Wechsel von der Hochschule in die freie Wirtschaft.
Benjamin Nehls, Senior Manager "Strategie, Planung & Controlling" im Bereich Anorganika bei BASF in LudwigshafenZuvor hat der Chemiker im Unternehmen zu feuer- und hitzebeständigen Dämmstoffen geforscht. "Bei uns ist es gewünscht, nach einer Zeit im Labor auch andere Bereiche kennenzulernen und später wieder in die Forschung zurückzukehren", sagt der 32-Jährige. Um sich in das Unternehmen einzuarbeiten, finanzierte ihm sein Arbeitgeber zunächst mehrere Weiterbildungen, zum Beispiel zu Teamführung und Kommunikation. "Der Tagesablauf hier ist wesentlich strukturierter als an der Uni", sagt Nehls, der am Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie an der Universität Wuppertal und der University of Durham (UK) promovierte und in Cambridge zu Polymeren Oberflächen forschte.
"Man kommt im Anzug statt in Jeans, der Umgang unter den Kollegen ist wettbewerbsorientierter", sagt Nehls. Das gelte auch für die Forschung. "Es geht darum, zielgerichtet zu Ergebnissen zu kommen, die sich auch vermarkten lassen", sagt er. Er steht im Kontakt mit Kunden und Kollegen im Ausland und arbeitet mit verschiedenen Abteilungen zusammen. Um auch unbekannte Arbeitsgebiete kennenzulernen und sich im Unternehmen zu vernetzen, hat Nehls mit anderen Kollegen außerdem das Projekt "Running Desk" gestartet. In unregelmäßigen Abständen stellen dabei verschiedene Kollegen sich und ihre Arbeit vor.
Er hätte sich gut vorstellen können, an der Univesität zu bleiben, zu habilitieren und eine Professur anzustreben. Auf einer Konferenz bekam er dann aber das Angebot, für BASF zu arbeiten. Die Stelle reizte ihn und er nahm an. Weder gab ein Negativ-Erlebnis den Ausschlag, noch lockte ihn das Gehalt, das liegt auf ähnlichem Niveau.
weiter: In den Ingenieurwissenschaften ist der Weg zurück an die Hochschule offen - Ulf Bunge (39), Leiter der Abteilung für Berechnung und Simulation der Semcon Wolfsburg GmbH»
Quelle: academics
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